
Regionalmanagement Landkreis Kronach
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Verkehr

061 | RegionalExpress auf der Frankenwaldbahn (2002)
Mit der Streichung des ICE-Halts am Bahnhof Kronach koppelte die Deutsche Bahn Anfang des Jahres 2001 den Landkreis Kronach von der Fernverkehrsverbindung Richtung München und Berlin ab.
Die zu erwartende Landesgartenschau in der Kreisstadt Kronach ab April 2002 war ein schlagkräftiges Argument und Anlass zugleich, das entstehende Defizit bei der Verkehrsanbindung abzubauen. Hinsichtlich der Straßenanbindung sah das Regionalmanagement kurzfristig keine Möglichkeit, die Situation zu verbessern. Dagegen wurde im Schienenverkehr die Chance gesehen, die Frankenwaldbahn zur Erschließungsachse für die Region mit schnellen und modernen Nahverkehrszügen aufzuwerten.
In Zusammenarbeit mit der DB Regio und den Eisenbahngesellschaften Bayerns und Thüringens wurde ein Konzept für einen schnellen Regional-Express von Lichtenfels über Kronach nach Saalfeld in Thüringen erarbeitet.
Das Schienenverkehrskonzept wird seit dem 11. März 2002 im 2-Stunden-Takt mit Neigetechnikzügen auf der Frankenwaldbahn gefahren. Die Fahrzeit gegenüber der „alten“ Regionalbahn wurde halbiert.
(Bsp. Strecke Kronach – Lichtenfels: früher ca. 23 Minuten Fahrzeit - neues Schienenverkehrskonzept: Fahrzeit ca. 12 Minuten).

062 | Privates Schienengüterverkehrskonzept (2002/2003)
Ende des Jahres 2001 zog sich die DB Cargo von zahlreichen Bahnverladestationen in Deutschland zurück. Im Landkreis Kronach wurden sämtliche Güterverladestationen auf der Schiene nicht mehr bedient. Für die Glasindustrie im nördlichen Landkreis Kronach bedeutete dies letztlich ein Abschneiden der Lieferwege. Sollte es nicht gelingen, die Güter auf der Schiene zu halten, wären allein für die Industrie am Rennsteig ca. 7.500 Lkw-Fahrten pro Jahr mehr angefallen. Schnelle Abhilfe musste gesucht werden.
In Zusammenarbeit mit der Firma Wiegand Glas in Steinbach am Wald und der Privatbahn Con Train wurde ab Mitte August 2002 das neue Güterverkehrskonzept im Landkreis Kronach auf die Schiene gebracht und die Schienengüterverladestelle in Steinbach am Wald wieder in Wert gesetzt.
In Steinbach am Wald werden seither wieder Rohstofflieferungen für die Glasindustrie angenommen. Im Gegenzug werden Fertigprodukte (hauptsächlich Hohlglasprodukte) in das europäische Ausland und die ehemaligen GUS-Staaten versandt. In Zusammenarbeit mit dem Unternehmen Con Train konnte sogar ein Novum erreicht werden, was den Lieferverkehr in das Gebiet der französischen Staatsbahnen betrifft: Der Verkehrsträger des Kronacher Schienengüterverkehrskonzepts war die erste deutsche Privatbahn, mit dem die französische Staatsbahn SNCF kooperierte.
Im Frühjahr 2003 gelang es durch das Schienengüterverkehrskonzept ferner, die Bahnverladestation am Bahnhof Kronach wieder zu reaktivieren. Über den Güterbahnhof Kronach werden im Wesentlichen Holz und Holzprodukte aus dem Frankenwald verladen. Mittlerweile sind bereits drei Privatbahnen auf Vermittlung des Regionalmanagements für die Industrie (Glas, Holz, Rohstoffe) im Landkreis Kronach tätig.

