Erschließung der Markgrafenkirchen in Oberfranken

Schätze muss man bekannt machen – deshalb gibt es 403.000 Euro Förderung aus dem LEADER-Budget für die kulturelle, touristische und spirituelle Erschließung der oberfränkischen Markgrafenkirchen. Die bayerische Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber hat bei einem Festakt in der Stiftskirche in Himmelkron den LEADER-Förderbescheid an Regionalbischöfin Dr. Dorothea Greiner übergeben. 58 Kirchengemeinden, 13 evangelisch-lutherische Dekanatsbezirke, sieben Landkreise und sieben LEADER-Aktionsgruppen arbeiten bei diesem Kooperationsprojekt Hand in Hand.

Staatsministerin Michaela Kaniber lobte die Stiftskirche als geeigneten Ort, um das Kirchen-Projekt buchstäblich “aus der Taufe zu heben”. “Wir alle können hier in dieser Kirche spüren, dass die Markgrafenkirchen etwas Besonderes sind. Mit dem Markgrafen-Projekt wollen Sie diesen Bau- und Herrschaftsstil und die damit verbundene religiöse Tradition wieder in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rücken. Gemeinsam haben Sie sich aufgemacht, dieses einzigartige Erbe der fränkischen Markgrafen zu erschließen.” Über die touristische und kulturhistorische Komponente hinaus schätze Kaniber an diesem Projekt, dass die Kirchentüren weit geöffnet und die Menschen eingeladen werden, nicht nur schöne Bauwerke zu besichtigen, sondern dort auch ihren religiösen Wurzeln nachzuspüren. Neben einem Mehr an Wertschätzung prophezeie sie auch mehr Wertschöpfung für die Region.

Nach der Reformation wurden im Markgrafentum Brandenburg-Bayreuth viele Kirchen grundlegend umgestaltet oder neu gebaut. Dabei entwickelte sich ein besonderer Barockstil mit hellen Kirchenräumen und einer klaren, theologischen Botschaft – der sogenannte Markgrafenstil war entstanden. In dieser Zeit entstanden Neu- oder Umbauten von Kirchen als Meisterwerke von europäischem Rang. Scheinbar einfache, mittelalterliche Kirche bergen heute im Inneren wahre Schätze und überraschen ihre Besucher mit lichtdurchfluteten Innenräumen, herrlichen Deckengemälden und prächtigen Altären.

In einem ersten Schritt wird im Zuge des Projekts ein Symposium zur wissenschaftlichen Erarbeitung der Geschichte der Kirchen durchgeführt. Für die eigentliche Erschließung werden Beschilderungen mit einem einheitlichen Erkennungszeichen sowie für jede Markgrafenkirche ein Flyer erstellt. Zusätzlich werden den Besuchern Informationstafeln sowie Broschüren, Bücher und Flyer angeboten. Kirchenführer werden ausgebildet, die Interessierten einen Zugang zu Kunsthistorie und Theologie vermitteln. Auch die Organisation von Kulturveranstaltungen und die Integration der Kirchen in die bestehenden Wander-, Pilger- und Radwegenetze ist Teil des Kooperationsprojekts.

Mit Hilfe digitaler Medien werden die Schätze der Markgrafenkirchen auch multimedial erlebbar gemacht: Über eine App werden virtuelle Kirchenführungen für Smartphone und Tablet angeboten. Eine Internetseite dient als Plattform für Kulturveranstaltungen, Theater und vor allem Musik in den Markgrafenkirchen. Für das Projektmanagement wurden zwei halbe Stellen für die Projektlaufzeit von vier Jahren und drei Monaten genehmigt.