Naturbad Weißenbrunn

Die Gemeinde Weißenbrunn liegt mit ca. 3.000 Einwohnern am südöstlichen Rand des Landkreises Kronach. Sie ist Sitz einer mittelständischen Brauerei sowie einiger kleiner Wirtschaftsunternehmen.

Prägend für die örtliche Gemeinschaft und besonders für die Freizeitgestaltung der Weißenbrunner Kinder- und Jugendlichen ist das im Jahr 1936 gebaute Naturbad. Ganze Generationen von Kindern erlernten hier seither das Schwimmen. Das Bad war und ist eine dörfliche Freizeitinstitution, die mittlerweile “in die Jahre” gekommen ist.

Historie:
Wie bei vielen Freibädern können auch beim Schwimmbad Weißenbrunn die Betriebskosten nicht durch die Eintrittsgelder gedeckt werden. Hinzu kommt, dass zuständige Behörden die Art der Wasseraufbereitung bemängelten. Das unbeheizte Freibad wird weitestgehend ohne moderne technische Anlagen betrieben, d. h. die Chlorierung erfolgt per Hand und die Filterung über einen selbstfahrenden Reinigungsroboter. Eine moderne Wasseraufbereitungsanlage würde mit einem hohen sechsstelligen Euro-Betrag zu Buche schlagen – was sich die Gemeinde unter keinen Umständen leisten konnte. Ebenso ist das Funktionsgebäude (Kassen-, Kiosk-, Lager-, Bademeister- und Umkleidegebäude aus Holz) auf dem Schwimmbadareal marode geworden.

Lösungsansatz, getragen durch engagierte Bürger:
Im Jahr 2012 übernahm der Schwimmbadverein das Freibad von der Gemeinde, nachdem der Kommune das Betreiben des Bades aus rechtlichen Gründen nicht mehr möglich war. Der Schwimmbadverein, der die Gemeinde auch in den Jahren 2008-2012 bei der Grünpflege unterstützte, stellte sich neu auf und die Mitgliederzahl stieg von 30 auf zur Zeit 650 Mitglieder. Der gesamte Unterhalt (Schwimmbadaufsicht, Beckenmeister, Grünpflege, Reinigungsdienst, Maschinentechnik usw.) wird von Vereinsmitgliedern getätigt. Die Unterhaltskosten, die der Gemeinde entstanden (jährlich ca. 60.000-90.000 €), konnten durch ehrenamtliche Arbeit der Vereinsmitglieder auf ca. 20.000 € gedrückt werden. Der Verein muss mit der Hälfte seiner Mitgliedsbeiträge zur Deckung der Unterhaltskosten beitragen.

Mit Mitteln aus dem Modellvorhaben Land(auf)Schwung und vielen ehrenamtlichen Arbeitsstunden konnte ein neues Multifunktionsgebäude aus Holz (Kassen-, Kiosk-, Lager-, Bademeister- und Umkleidegebäude), welches in der Außenansicht dem Vorgängergebäude entspricht und damit den besonderen historischen Charme des Schwimmbades bewahrt, errichtet werden.

Das Bad wird überregional genutzt, eine neue DLRG Gruppe ist entstanden, das bürgerschaftliche Engagenment nahm stark zu. Das Projekt stellt eine Infrastruktureinrichtung für die Bürger in der Gemeinde Weißenbrunn dar und dient der Daseinsvorsorge bzw. der Erhöhung der örtlichen Lebensqualität. Es zeigt vorbildlich, wie kommunale Einrichtungen durch bürgerschaftliches Engagement erhalten werden können und eine Kommune dadurch finanziell entlastet werden kann.

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